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Diskriminierung beim Fußball - 1.FC Mönchengladbach will Frauenteams abmelden

Vor dem Aus? Der Nachwuchsfußball bei den Frauen des 1. FC MönchengladbachDuisburg (mm) - In den Farben getrennt, in der Sache vereint! Auch wenn die Saison 2020/21 noch in weiter Ferne ist, scheint es bereits jetzt schon die ersten Verliererinnen zu geben, wenn es nach den Plänen des Vorstands des 1. FC Mönchengladbach geht. FuPa und diverse Online-Plattformen berichten über den Plan, beide Frauenteams sowie die in der zweihöchsten deutschen B-Juniorinnen-Spielklasse beheimateten U17-Mädchen abzumelden und aufzulösen, um auf diese Art und Weise den Spielbetrieb der ersten Männermannschaft gewährleisten zu können.

Dass diese in der laufenden Spielzeit gerade einmal in der sechsten Liga (Landesliga) kickte, lässt diesen Plan umso unsinniger erscheinen, auch wenn derartig diskriminierendes Verhalten gegenüber Frauenteams in der Vergangenhgeit regional wie auch überregional schon öfters an anderen Schauplätzen zu beobachten gewesen ist.

Diskriminierung beim Fußball - 1.FC Mönchengladbach will Frauenteams abmelden

Leidensgenossinnen - die Mädchen des VfL Bochum sollten 2014 dem Rotstift zum Opfer fallenWenn man über Rückzüge von Mädchen- und Frauenmannschaften berichtet, dann ist die Geschichte rund um den 1. FC Mönchengladbach leider nicht die Erste dieser Art und wird vermutlich auch nicht die Letzte bleiben. Erste Leidtragende waren hier die Bundesliga-Frauen des Hamburger SV, die ein Jahr nach der Frauen-WM in Deutschland 2011 aus finanziellen Gründen (man spricht über eine Lücke in sechstelliger Höhe) aus der deutschen Eliteklasse zurückgezogen und später in die Regionalliga "verfrachtet" worden waren.

Im Herbst 2014 sollen beim VfL Bochum der damalige Finanzvorstand Engelbracht und der in Mönchengladbach nicht ganz unbekannte Christian Hochstätter den kühnen Plan geschmiedet haben, durch die komplette Auflösung der Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung ebenfalls eine geringe, sechsstellige Summe Geld einsparen zu wollen. Vermutlich hatte man bei der Aktion aber nicht mit einer derartigen, deutschlandweiten Welle der Empörung von Sportlern und ranghohen Politikern gerechnet, die den Verein seinerzeit zwangen, diesen Plan wieder zu verwerfen.

Nun soll es also den 1. FC Mönchengladbach treffen, aber was genau steckt dahinter? Frauenfußball in Mönchengladbach hat Tradition, soviel steht fest. Früher war es der FSC Mönchengladbach, der nicht nur alles an Pokalen abräumte, was im Mädchen- und Frauenfußball am linken Niederrhein und darüber hinaus zu holen war, sondern auch Nationalspielerin Lira Alushi und die in Duisburg wohlbekannte und -geschätzte Barbara Müller hervorbrachte. Vor einigen Wochen verpasste die Gladbacher Borussia um ein Haar die Rückkehr in die FLYERALARM Frauen-Bundesliga und ist auch im Juniorinnen-Fußball deutschlandweit ganz vorne dabei. Aber auch die Frauenfußball-Teams der Girls vom Westend können nicht wenige Erfolge vorweisen.

Wie geht´s nun weiter - Auch die U17 des 1. FC Mönchengladbach steht vor dem AusÜber allem steht der mit der Qualifikation für die erste Runde des DFB-Pokals einhergehende Sieg im Niederrheinpokal der Frauen, den die Gladbacherinnen 2019 pünktlich zum zehnjährigen Vereinsjubiläum erringen konnten, aber auch die Jugendteams sind eine feste Größe im Fußball. Erfolge wie die der U17-Mädchen, die sich mit einem fünften Platz in der aktuellen Saison der B-Juniorinnen-Regionalliga mehr als nur etablierten, kann man bei den "Herren der Schöpfung" nicht viele  vorweisen, was die aktuelle Entscheidung um so sinnloser erscheinen lässt.

Apropos: Dass die weiblichen Juniorinnen-Teams von U11 bis zur U15 weiter "geduldet" werden sollen, scheint nicht nur ein schwacher Trost, sondern macht ebenfalls keinen Sinn, wenn man den Fußballmädels im Anschluss keine Entwicklungsmöglichkeiten bieten kann. Das Ende des Frauenfußballs am Mönchengladbacher Westend? Wir hoffen nicht und appellieren, dass sich die zuständigen Personen hier einsichtig zeigen, zumal sich bereits jetzt Widerstand seitens der Sponsoren zu bilden scheint, die diese Art von Diskriminierung der Frauen- und Mädchenmannschaften nicht mittragen möchten.

FC-Mädels, lasst euch nicht kleinkriegen!