U21: "Zwote" demontiert Winnekendonk in Unterzahl

Tragische Heldin - Zunächst erzielte Demi ter Maat ihren ersten Saisontreffer, bekam später aber die rote KarteDuisburg (mm) - Eine Woche nach der 1:2-Niederlage beim VfR Warbeyen hat die Zweitvertretung des MSV Duisburg am 12. Spieltag der Frauen-Niederrheinliga mit einem deutlichen 7:0 (1:0)-Erfolg die passende sportliche Antwort gegeben und die Tabellenführung durch einen parallelen Patzer der Konkurrenz sogar ausbauen können.

Während die Zebras trotz einer dominanten ersten Halbzeit aufgrund suboptimaler Chancenverwertung nur mit einer knappen 1:0-Führung durch Demi ter Maat die Seiten wechselten, ging mit dem Platzverweis der Torschützin ein Ruck durch die Beck-Elf.

Es spielte nur noch ein Team und das waren die Zebras, die den bis dato so starken Aufsteiger mit sechs weiteren Treffern in Unterzahl regelrecht demontierten.

Frauen-Niederrheinliga, 12. Spieltag MSV Duisburg - SV Viktoria Winnekendonk 7:0 (1:0)
Pechvogel - Das Spiel endete für Mara Behnke (MSV) im KrankenhausJäh gerissen war die Erfolgsserie der Zweitvertretung des MSV Duisburg am 11. Spieltag der Frauen-Niederrheinliga, als man sich im Spitzenspiel beim VfR Warbeyen mit einer nicht überzeugenden Leistung mit 1:2 geschlagen geben musste. Nun war mit dem SV Viktoria Winnekendonk nicht nur der stärkste Aufsteiger, sondern auch der zweitbeste Angriff der Liga an der Mündelheimer Straße zu Gast und man durfte gespannt sein, wie die Reaktion der Beck-Elf auf die Auswärtspleite aussehen würde.

Vorweg: Die Mannschaft zeigte Charakter, riss die Partie an sich, suchte den Weg nach vorne und hielt die Viktoria vom eigenen Tor weg. Lediglich der letzte Pass vor dem gegnerischen Tor misslang oftmals, so dass es bis zur 20. Minute dauerte, bis die MSV-Fans den ersten Torjubel anstimmen konnten. Demi ter Maat, die bis dahin bereits weite Wege gegangen war, lief mit dem Ball am Fuß durch die gegnerische Hälfte, ließ zwei Gegenspielerinnen aussteigen, zog aus 15 Metern in zentraler Position ab und traf mit ihrem ersten Saisontor zum 1:0 für den MSV. Die Antwort der Gäste auf diesen Rückstand blieb zunächst aus, folgte dann aber in wenig passender Manier.

An der rechten Seitenauslinie wurde MSV-Akteurin Mara Behnke von ihrer Gegenspielerin in Eishockey-Manier in die Spielfeldbegrenzung gecheckt, so dass Mara zunächst gegen die Metall-Barriere und dann Kopf voran auf die Steine knallte. Eine Aktion, die - das halten wir mal für den weiteren Verlauf der Partie fest - ungeahndet blieb und für Mara mit einem gebrochenen Finger endete. Abgesehen von einem Schussversuch in der 34. Minute war von den Gästen bis zur Pause auch nicht viel mehr zu sehen. Auch die Zebras konnten ihrerseits zunächst mal nichts Zählbares präsentieren, was sich erst im Verlauf einer sehr kuriosen zweiten Spielhälfte ändern sollte.

Auf die Knochen - Sophia Röttges (MSV) übel gefälltIm Durchgang Nummer zwei waren gerade einmal neun Minuten gespielt, da ließ sich die Duisburger Torschützin Demi ter Maat nach einem erneut nicht geahndeten Foulspiel zu einem verbalen Wutausbruch hinreißen, was den Regeln entsprechend vom Schiedsrichter mit der roten Karte geahndet wurde. Keine Kritik an der Entscheidung, denn hier wurde dem Spielleiter keine andere Wahl gelassen. Der Kragen platze daraufhin - rein sportlich - auch den Zebras, die von nun an noch eine Schippe drauflegten und den Gegner mit schönem Kombinationsfußball schwindelig spielten.

Binnen neun Minuten sorgten Michelle Sinz, Flaka Aslanaj und die für Mara Behnke ins Spiel gekommene Otandeka Laki für die Tore zwei, drei und vier und damit für die Entscheidung. Nach 70 Minuten wurde es dann wieder ruppig. Zebra-Kapitänin Sophia Röttges wurde im gegnerischen Strafraum mit einem Tritt auf das Sprunggelenk gefällt, was aber außer mit Strafstoß ebenfalls nicht weiter geahndet wurde. Nachdem der SV-Keeperin der von Nadine Spitalar nicht wirklich überzeugend getretene Strafstoß zum 5:0 durch die Handschuhe glitt, ließ Sophia Röttges mit dem 6:0 in der 81. Minute noch ihre persönliche Visitenkarte da.

Ihren Schlusspunkt fand die Partie mit einer weiteren Kuriosität, denn Michelle Sinz, die bereits für die C-Juniorinnen des MSV aktiv gewesen war, erzielte mit dem 7:0 in der 83.Minute ihr allererstes Kopfballtor für die Zebras, was natürlich parallel zum deutlichen Erfolg von ihren Teamkameradinnen gebührend gefeiert wurde. Zum Feiern war MSV-Chefcoach Sascha Beck nach der Partie trotz des parallelen 2:2 des VfR Warbeyen nicht wirklich zumute.

Vor den nun im Sportjahr 2019 noch ausstehenden zwei Partien gegen Steele und Velbert ist sein ohnehin schon großes Lazarett nun weiter angewachsen, wobei auch mit Demi ter Maat aufgrund der zu erwartenden Sperre in 2019 nicht mehr zu rechnen ist. Trotzdem sollte mal ernsthaft hinterfragt werden, warum der Schutz der Gesundheit der Spielerinnen auf dem Platz momentan einen so geringen Stellenwert genießt.

Mit Köpfchen - Michelle SInz kam zu ihrem ersten Kopfballtreffer im MSV-DressMSV Duisburg: Harti, Broux, Behnke (30.Laki), Gottschling, Hilbrands, Röttges (87. Temiz), ter Maat, Aslanaj, Sinz, Spitalar, Jäger (82. Esen)

Tore: 1:0 ter Maat (20.), 2:0 Sinz (59.), 3:0 Aslanaj (60.), 4:0 Laki (63.), 5:0 Spitalar (71.), 6:0 Röttges (81.), 7:0 Sinz (83.),

Gelbe Karten: - / -

Bes. Vorkommnis: Rote Karte für ter Maat (54. MSV) wegen Unsportlichkeit

Zuschauer: 50

Der aktuelle Spieltag: Übersicht über die Ergebnisse und die aktuelle Tabelle der Frauen-Niederrheinliga (Quelle: fussball.de)

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