U17: Leverkusen gewinnt Kurstadt Cup, MSV-Mädels mit Achtungserfolg

Bad Neuenahr/Duisburg (mm) - Die B-Juniorinnen von Bayer 04 Leverkusen haben sich mit einem 2:0 Finalsieg über den FSV Gütersloh 2009 den Titel beim diesjährigen U17 Kurstadt Cup gesichert.

Die MSV-Nachwuchskickerinnen verpassten am Vormittag zunächst denkbar knapp mit einem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach den Sprung in die Runde der besten acht Teams und konnten in der Folge von diversen Verletzungsproblemen geplagt nicht mehr an die Leistung des Vortages anknüpfen.

Alles in allem war das diesjährige Turnier einmal mehr ein Highlight, bei dem über zwei Tage Fußball auf hohem Niveau geboten wurde.

B-Juniorinnen Kurstadt Cup 2019 - Leverkusen gewinnt Kurstadt Cup, MSV-Mädels mit Achtungserfolg
Schon sehr früh klingelte der Wecker am Sonntagmorgen für die U17 Fußballerinnen des MSV Duisburg, denn als erste Tagesaufgabe stand um 11:00 Uhr das Entscheidungsspiel um die Qualifikation für das A-Turnier der besten acht Teams an und das obwohl der MSV nach der Beendigung der Vorrunde mit einem Wert von 1,5 Punkten pro Spiel hinter dem SV Menden(1,6), aber vor der Mönchengladbacher Borussia(1,4) den zweitbesten Punktequotient der drei Gruppendritten vorweisen konnte. Nun denn, im Duell der beiden Teams vom Niederrhein übernahm der Bundesligist von Beginn an das Kommando.

MSV-Chefcoach Niklas Seeger wollte gegen die Fohlenelf nicht ins offene Messer laufen und hatte sich dafür eine ausgeklügelte Defensivtaktik ausgedacht. Dabei musste er allerdings auf die Dienste von Zita Seibel verzichten, die nach ihrer am Vortag erlittenen Fußverletzung leider nicht mehr einsetzbar war. Fast wäre die Borussia nach 120 Sekunden trotz der dichten MSV-Abwehrstaffelung in Führung gegangen, doch Zebra-Torfrau Ena Mahmutovic parierte in einer eins-gegen-eins-Situation ganz hervorragend.

Eng wurde es für die Duisburgerinnen bei einem Freistoß der Borussia nach zwölf Minuten, doch das aus zentraler Position getretene Ball zischte etwas mehr als einen halben Meter über die Querlatte. Während die Seeger-Mädels aus dem Spiel nur wenig zuließen, fand das Spielgerät nach 16 Minuten im Anschluss an eine Ecke unter Zuhilfenahme diverser Abwehrbeine sowie des Innenpfostens den Weg zum 0:1 ins Tornetz, so dass der MSV nun seine Taktik umstellen musste. Aktrina Etemi wurde nach vorne beordert und das schien die Fohlenelf offensichtlich derart zu irritieren, dass es zum Ende der Begegnung noch zweimal richtig brenzlig vor dem Borussia Tor wurde.

Zunächst legte in der 20. Minute Aktrina Etemi für Jenny Aranowski auf, die die Kugel aber über den Kasten jagte, bevor keine 120 Sekunden vor dem Ende eigentlich der Ausgleich fällig war. Der MSV hatte einen schnellen Angriff über Mara Behnke gefahren, die von rechts ins Zentrum flankte. Hier kamen wohl Aktrina Etemi wie auch Jenny Aranowski aus kurzer Distanz frei zum Abschluss, doch das Spielgerät wollte partout nicht über die Torlinie. Als letzte Aktion des Spiels nochmal ein scharfe Hereingabe von Mara Behnke, die Jenny Aranowski aber nicht richtig mit den Kopf erwischte.

So rutschte man nach dieser 0:1 Niederlage ins B-Turnier, wo Begegnungen gegen den 1. FC Saarbrücken, den FC Iserlohn, den 1. FFC Frankfurt, sowie den 1. FC Mönchengladbach folgen sollten. Zuerst stand die Partie gegen den 1. FC Mönchengladbach auf dem Turnierplan und hier legten die Zebras einen druckvollen Start hin, schnürten die Gegnerinnen zunächst in der eigenen Hälfte ein, ohne daraus aber Kapital in der Form von Toren schlagen zu können. Der MSV blieb abgesehen von einigen, wenigen Befreiungsangriffen das dominierende Team, doch der wichtige erste Treffer wollte einfach nicht fallen.

Eine Minute vor dem Ende der Begegnung kamen auch die Gladbacherinnen zu ihrem ersten Torschuss, doch auch dieser brachte nichts ein, so dass sich beide Teams torlos trennten. In dem darauf folgenden Spiel stand man dem Bundesligisten 1. FC Saarbrücken gegenüber und hier wunderte sich der geneigte Fußballfan zunächstmal über eine ganz eigene Taktikvariante, bei der Ajla Mujezinovic die alleinige Sturmspitze bildete, während andere Offensiv-Akteurinnen in die Abwehr rückten.

Das tat der Abstimmung untereinander nicht unbedingt gut und Saarbrücken war so schlau, um diesen Umstand in der vierten Minute zum 0:1 Führungstreffer zu nutzen. Ärgerlich war dabei allerdings, dass MSV-Keeperin Ena Mahmutovic zuvor direkt zweimal ganz stark parierte, der MSV aber nicht schnell genug auf den zweiten Ball ging, was dann im Gegentreffer resultierte. Nach ein paar personellen Umstellungen war die Begegnung daraufhin offen, doch die Zebras konnten sich keine zwingenden Möglichkeiten erarbeiten, was natürlich zu diesem Zeitpunkt auch an der durch den dezimierten Kader fehlenden personellen Wechselmöglichkeiten lag.

Zu allem Unglück erwischte es dann neben Ajla Mujezinovic auch noch Abwehrchefin Aktrina Etemi, die bei einem unglücklichen Zusammenprall auf den Kopf donnerte und mit einem Brummschädel auf der Bank platz nahm. In der Schlussminute nutzen die Saarländerinnen gegen die nun etwas höher stehenden Zebras einen Konter zum 0:2, was dann auch das Endergebnis darstellte.

Nach einer personellen "Inventur" war die Aussicht, bei hochsommerlichen Temperaturen für die verbleibenden beiden Begegnungen gegen die Bundesligisten aus Iserlohn und Frankfurt nur noch eine Ergänzungsspielerin verfügbar zu haben, nicht die Allerbeste, doch passend zum Spruch "When the going get´s tough, the tough get going" bissen die tapferen Zebras zum x-ten Male die Zähne zusammen und holten sich mit dem letzten Tropfen Energie im Tank noch zwei beachtliche Unentschieden.

Insgesamt lässt sich als Resümmee für den MSV-Nachwuchs festhalten, dass man nach dem tollen Beginn am Samstag, am zweiten Turniertag durchaus etwas mehr hätte erwarten können, aber wie schon in der zurückliegenden Saison fehlte in den entscheidenden Momenten u.a. das Quäntchen Glück. Trotzdem konnte der kleine Kader mit Verweis auf den Vorrundenerfolg gegen den FC Iserlohn 46/49 und das gewonnene Westderby gegen den VfL Bochum im Grunde auch nicht unzufrieden die Heimreise vom einmal mehr top organisierten 5. Kurstadt Cup 2019 antreten.

Ein großes Dankeschön geht wieder einmal an die Organisatoren und dutzende unermüdliche Helfer, die mit ganz viel Herzblut wieder ein Turnier auf die Beine gestellt haben, das absolut keinen Vergleich zu scheuen braucht.

MSV Duisburg: Mahmutovic, Etemi, Mujezinovic, Paplewski, Ishikawa, Esen, Irevül, Günster, Aranowski, Seibel, Kiesewalter, Behnke, Eckert

Torschützen: Günster, Behnke, Aranowski (je 1x)

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