U17: Warten auf Godot - MSV unterliegt im Derby

Duisburg (mm) - Durch die 0:7 (0:3) Heimniederlage, die die B-Juniorinnen des MSV Duisburg am 19. Spieltag der U17 Regionalliga West gegen die SGS Essen einstecken mussten, haben sich die Chancen auf einen Ligaverbleib verschlechtert.

Während die personell geschwächten Zebras hochkarätige Chancen verpassten war bei den Gästen fast jeder Schuss ein Treffer, was das deutliche Endresultat erklärt. Dennoch sind die MSV-Mädels trotz eins aktuellen Rückstands von acht Punkten auf das rettende Ufer fest entschlossen, in den vier noch ausstehenden Partien als Kollektiv alles zu versuchen, um die Wende herbeizuführen.

Dazu benötigte es eigene Tore und das ist aktuell das Problem. Ein bißchen wie "Warten auf Godot", aber noch ist nichts verloren.

B-Juniorinnen Regionalliga 19. Spieltag, MSV Duisburg - SGS Essen 0:7 (0:3)
Reichlich Zuschauer versammelten sich am vergangenen Samstag Nachmittag an der Mündelheimer Straße, um dem Derby der B-Juniorinnen Regionalliga West zwischen den Zebras und dem Jungjahrgang der SGS Essen beizuwohnen. Knapp 100 mögen es beim Anpfiff gewesen sein, die -abgesehen von einer Handvoll Gästefans- die Zebramädchen im Kampf um den Ligaerhalt unterstützen wollten. Viele Duisburger Spielerinneneltern, nahezu der komplette C-Juniorinnen Jahrgang und als Krönchen sogar MSV Bundesliga-Torschützin vom Dienst "Didi" Hoppius bildeten eine Fankulisse, die so mancher bekannte Mädchenfußballverein selbst in der Bundesliga gerne hätte.

Beim Einmarsch der Mannschaften hüllten sich Teile des Platzes in blaue Rauchschwaden, ein perfekter Rahmen für eine Derbydarbietung. Gar nicht perfekt war die Botschaft, dass MSV-Coach Niklas Seeger nach dem Aufwärmen auf Abwehrchefin Aktrina Etemi mit Leistenbeschwerden verzichten musste, so dass kurzfristig die Duisburger Innenverteidigung umgekrempelt werden musste. So rückten Meret Günster und Stürmerin Melisa Esen nach hinten, doch die improvisierte Defensive stand zunächst gut und hielt jegliche Gefahr vom eigenen Tor weg.

Die Zebras spielten gut mit, waren lauffreudig agierten selbstbewusst und bekamen ihre Möglichkeit zur Führung. In der 18. Minute wurde Melina Agca im SGS Strafraum in halblinker Position freigespielt, doch der Schuss landete nicht zur 1:0 im Netz, sondern wurde von der Torhüterin pariert. Nicht auszumalen, wie die Partie verlaufen wäre, wenn es zu diesem Zeitpunkt im Karton gerappelt hätte. Wie man es richtig macht, demonstrierten die Gäste nach einer halben Stunde. Erst der zweite Schuss auf das Duisburger Tor, aber der saß zum 0:1.

Die Zebras geschockt? Mit Sicherheit nicht! Keine Zeigerumdrehung später ging es wieder in Richtung Essener Tor, Abschluss Melina Agca und wie es im Tabellenkeller nun mal so ist, flog das Leder krachend an die Querlatte und sprang eben nicht ins Tor sondern auf den Boden und von dort wieder ins Feld. Drei Minuten vor dem Seitenwechsel´der dritte Torschuss der SGS und das zweite Tor, gefolgt von Treffer Nummer drei nach einem schnellen Flankenlauf über die rechte Seite mit Torschuss Nummer vier zum 0:3 Pausenstand. Eine wahrlich meisterliche Effektivität der SGS.

Man kam sich ein wenig vor, wie in einem Slapstick-Film, nur dass die Duisburgerinnen nicht unbedingt zu Späßen aufgelegt waren. Nach dem Seitenwechsel sollte sich das Schauspiel fortsetzen, wobei die Gäste in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit so druckvoll agierten, wie man es sich eigentlich zu Spielbeginn erwartet hatte. Nachdem in dieser Drangperiode noch zwei weitere Treffer für die Gäste fielen, war die Begegnung eigentlich gelaufen, doch weder die Eltern und Fans auf den Rängen, noch die Spielerinnen in den blau-weiß gestreiften Zebratrikots ließen die Köpfe hängen und gaben weiterhin Vollgas, was ein wirklich tolles Symbol des Zusammenhalts bot.

Und die Gastgeberinnen erkämpften sich weitere Möglichkeiten. Nach etwas mehr als eine Stunde zog Jenny Aranowski nach einem Freistoß aus zentraler Position ab und falls das Geräusch, dass ertönt, wenn Leder auf Aluminium triff in Vergessenheit geraten war, da war es wieder: "Plöng!" Wieder einmal Latte. Die SGS traf in Schlussphase noch zweimal, was das Endresultat auf 0:7 schraubte.

Das Resümee lautete hinterher: "Chance vertan", doch wer den Einsatz und die Leidenschaft der Zebra-Mädels gesehen hat, wer mitbekam, dass es die angeschlagene Aktrina Etemi nach der Pause doch nochmal mit einem Einsatz versuchte, bis die Schmerzen zu groß wurden, der weiß, dass dieses tolle Team sich noch lange nicht aufgegeben hat. Natürlich wird die Ausgangssituation mit jeder nicht gewonnenen Begegnung nicht unbedingt besser, doch das Team um Kapitänin Ena Mahmutovic wird alles raushauen, um aus den letzten vier Pflichtspielen die zur Disposition stehenden zwölf Punkte zu holen.

Begonnen werden soll damit am kommenden Samstag, wenn der Tabellenletzte DJK Wacker Mecklenbeck an der Mündelheimer Straße zu Gast ist. Hilfreich wäre da vorallem eins: Ein Tor - Warten auf Godot

MSV Duisburg: Mahmutovic, Paplewski, Seibel, Esen, Behnke(53. Kreutz), Rudorf, Günster, Ishikawa(41. Etemi)(57. Kindac), Irevül(41. Kiesewalter), Agca, Aranowski

Tore: 0:1(31.), 0:2(37.), 0:3(40.), 0:4(46.), 0:5(53.), 0:6(69.), 0:1(71.)

Zuschauer: 100

Gelbe Karten: - / -

Der aktuelle Spieltag: Übersicht über die Ergebnisse und die aktuelle Tabelle der B-Juniorinnen-Regionalliga West. (Quelle: fussball.de)

Die nächsten Termine:

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