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U17: Bis zum letzten Atemzug - Dezimierte Zebras erkämpfen wichtigen Sieg in Unterzahl

Unverhofft kommt oft - MSV Ersatzkeeperin Joline Becker glänzte bei ihrem überraschenden Saisondebüt mit einer KlasseleistungRhade/Duisburg (mm) - Erschöpft waren sie am Ende, aber überglücklich. Mit einem hart erkämpften 3:1 (1:0) Auswärtssieg beim FC Rhade, bei dem die Vervölgyi-Truppe am 13. und vorletzten Spieltag der U17 Regionalliga West aufgrund eines frühen Platzverweises 68 Minuten in Unterzahl agieren musste, haben die B-Juniorinnen des MSV Duisburg wieder mal mit einer Riesenmoral drei wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg in die U17 Bundesliga eingefahren.

Dabei könnte das Kuriosum eintreten, dass der Aufstieg der MSV-Mädels bereits vor dem abschließenden Ligaspieltag aufgrund einer noch zu treffenden Sportgerichtsentscheidung in trockenen Tüchern ist. Im Raum (bzw. im Wege) steht dem derzeit noch der Einspruch von Fortuna Freudenberg gegen die Wertung des vorgezogenen Spiels in Iserlohn.

Nachdem das Team von Mareike Schirdewahn am letzten Mittwoch im Sauerland bei der überraschenden 0:2 (0:0) Niederlage sportlich nicht zum Erfolg kommen konnte, wählte man nun den rechtlichen Weg. Sollte der Einspruch abgelehnt werden und die Partie sportlich korrekt für Iserlohn gewertet werden, so würde der Vorsprung des MSV Nachwuchses auf den Verfolger SV Fortuna Freudenberg vor dem abschließenden Spieltag uneinholbare vier Punkte betragen.

Dann könnten bereits vorzeitig die Sektflaschen entkorkt werden, aber solange es nicht soweit ist, gilt auf Duisburger Seite die alleinige Fokussierung auf das letzte, schwere Heimspiel gegen Alemannia Aachen, dass am kommenden Samstag, den 21.06.2014 um 15.00 Uhr an der Mündelheimer Str. ausgetragen wird.

U17 Regionalliga West, 13. Spieltag, FC Rhade 1925 - MSV Duisburg 1:3 (0:1)
Das geht ja gut los - Carina Rasch erzielt in der 9. Minute das 1:0 für den MSVSonderlich gut hatte es der Fußballgott mit den MSV B-Juniorinnen im Vorfeld der wegweisenden Partie beim FC Rhade nicht gemeint, denn neben den Verletzten Celine Trauschke, Jamie-Lee Vervölgyi, Natalie Schneider, Julia Witte, Nadine Spitalar, sowie Rafaela Wittmann, gesellten sich im Laufe der letzten Woche unglücklicherweise noch Katharina Hübner (Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbandes, sowie des Innenbandes), Sahibe Baysal (Zerrung) und Topscorerin Lara Hess (Fußverletzung) dazu, so dass Chefcoach Rainer Vervölgyi gezwungen war, auf mehreren Positionen umzustellen.

So wurde die "Abteilung Attacke" um Chantal Schmitz, die in der Vorwoche gegen den Meister der U17 Bundesliga West/Südwest, der SGS Essen im Halbfinale des FVN-Pokals zweimal einnetzte verstärkt, während Loreen Gnida den Part der linken Außenverteidigerin übernahm. Die unter Siegeszwang steheden Duisburgerinnen sahen sich in den ersten Minuten mehreren Standardsituationen des FC Rhade gegenüber, bei denen die Bälle immer wieder gefährlich vor das wie gewohnt von Viola Koblenz gehütete Tor flogen.

Nach 9 Minuten gelang den Zebras dann die erste Befreiung und die führte die umformierte Truppe geradezu meisterlich aus: Neustürmerin Chantal Schmitz verschaffte sich mit einem schnellen Sprint auf der linken Außenbahn in Richtung Torauslinie ein wenig Spielraum, um den Ball mit einer weiten Flanke auf die rechte Seite zu schlagen. Dort kam Carina Rasch bereits herangerauscht, brachte das Leder fix unter Kontrolle und schob mit ihrem 5. Saisontreffer zur wichtigen 1:0 MSV Führung ein. Leider nahm die Partie bereits wenig später einer von Duisburger Seite so sicherlich nicht gewollte Wende, als die aus ihrem Tor herauseilende Viola Koblenz in der 12. Minute mit Leonie Küstermeier zusammenstieß und darum von Schiedsrichter Marvin Cyprian des Feldes verwiesen wurde.

Colission course - Viola Koblenz(MSV) wird in der 12. Minute vom Platz gestelltEine vertretbare Entscheidung, die die Zebras einerseits für die verbleibenden 68 Minuten in Unterzahl versetzte,auf der anderen Seite aber -wie in guten Spielfilmen üblich- bis dato Unbeteiligten praktisch wie aus dem Nichts die Möglichkeit bot, unverhofft in die Heldenrolle zu schlüpfen. So streifte sich Nachwuchskeeperin Joline Becker, die vor 8 Wochen gerade einmal ihren 15. Geburtstag feierte, ihre Torwarthandschuhe über und begab sich zu ihrem neuen Arbeitsplatz zwischen die Pfosten des MSV Gehäuses. Dort wurde sie auch relativ schnell beschäftigt, verrichtete ihre Aufgabe aber mit einer Ausnahme absolut fehlerfrei.

Die Gastgeberinnen blieben als logische Schlussfolgerung der numerischen Überlegenheit weiter spielbestimmend, konnten sich aber nicht gefährlich in Schussposition bringen, bzw. vergaben weitere Standardsituationen aus aussichtsreicher Position zum Teil fahrlässig. Anders der MSV, der nun völlig neue Qualitäten als Kontermannschaft präsentierte. Nach 22 Minuten hatte sich erneut Carina Rasch ungefragt mit dem Ball von ihrer Gegenspielerin Meltem Karadag entfernt, suchte den Abschluss vom rechten Strafraumeck und knallte das Spielgerät mit voller Wucht gegen die Querlatte des FC Tores.

Der MSV blieb weiter konsequent und hätte den Vorsprung nach einer knappen, halben Stunde verdoppeln müssen. Bei einem langgeschlagenen Pass in die Hälfte des FC Rhade bildete ein Missverständnis von FC Torfrau Lisa Schimpke und ihrer Abwehrspielerin die Möglichkeit für Jalila Benahmed, die von hinten dazwischenspritzte und den Ball aus 12 Metern ins verwaise Tor schob. Das 2:0 für den MSV? Der Schiedsrichter hielt dies offenbar für keine so gute Idee und verweigerte dem klaren Treffer die Anerkennung.

Anstelle mit einer sicheren Führung in die Pause zu gehen, sahen sich die Zebrafohlen nun wieder dem Druck des Vize-Westfalenmeisters ausgesetzt und als 2 Minuten vor der Pause Ann-Sophie Vogel, die bereits beim 2:2 im Hinspiel ins Schwarze getroffen hatte, plötzlich mutterseelenalleine vor dem MSV Kasten auftauchte, schlug zum ersten Mal die Stunde von Joline Becker. Sie lenkte den Schuss von Vogel aus 9 Metern mit einem Klasserefelex über die Latte und rette die so wichtige Führung für ihr Team in die Pause.

Direkt nach dem Seitenwechsel folge ein weiteres Paradebeispiel der inzwischen schon fast unheimlichen, Duisburger Willenskraft. Lisa Arend setzte den Gegner bereits 25 Meter vor dem Tor entschieden unter Druck, erkämpfte sich so den Ball und konnte auf dem Weg zum Tor nur per Foulspiel vom Ball getrennt werden, was einen Freistoß für den MSV aus 20 Metern halblinker Position zur Folge hatte.

Treffer versenkt - Lisa Arend trifft zum wichtigen 2:0 gegen den FC RhadeWährend der Schiedsrichter die Abwehrmauer des FCR auf die richtige Entfernung zum Ball brachte und die darin positionerten drei Spielerinnen mit einem kurzen Wortwechsel sichtbar erheiterte, war die Ausführende Lisa Arend für solche Späßchen gerade nicht unbedingt zu haben. Sie drosch das Leder nach dem Ertönen des Pfiffes unter Zuhilfenahme der Schulter von Nele Theres Borneck, die die Außenposition der Rhader Abwehrmauer einnahm vorbei an der machtlosen Schlussfrau Lisa Schimpke zum wichtigen 2:0 in die Maschen, was sowohl bei den Zebras, wie auch bei dem zahlreich mitgereisten Anhang natürlich Riesenjubel auslöste.

Trotzdem änderte das nichts an der numerischen Feldüberlegenheit des FC Rhade und das Team von Christian Dobbrunz präsentierte sich zum Duisburger Übel trotz des 0:2 Rückstands wie eine Mannschaft, die ebenfalls noch mitten im Aufstiegsrennen steckt. Mit dem Fortschreiten der Begegnung machte sich der Kräfteverschleiß bei den Zebra-Mädels immer mehr bemerkbar, so dass die Angriffe, unterbrochen von vereinzelten Kontern über Jalila Benahmed immer öfters auf das MSV Tor zurollten.

Dort hatte sich allerdings Joline Becker "verbarrikadiert", und die schien in ihrem -von Einsätzen im unterklassigen Kreispokal abgesehen- allerersten Pflichtspiel der Saison 2013/14 mit fortschreitender Spieldauer immer mehr über sich hinauszuwachsen. In der 66. Minute war sie allerdings machtlos, als Michelle Pagels im Nachschuss den 1:2 Anschlusstreffer für den FC Rhade erzielen konnte. Blitzartig stand die Partie, die nun zu einem wahren Nervenkrimi ausartete, wieder auf der Kippe, da jedem bewußt war, dass ein weiterer FC Treffer die komplette Arbeit des ganzen Tages zunichte machen würde.

Jubel ohne Grenzen - Die Zebraherde feiert den leidenschaftlich erkämpften 3:1 ErfolgMehrere Male mussten die mitgereisten MSV Anhänger bei Chancen von Leonie Küstermeier, Ann-Sophie Vogel und Michelle Pagels die Luft anhalten und erneut präsentierte sich Joline Becker 11 Minuten vor dem Ende als Retterin in der Not, indem sie mit der mittlerweile prallen Sonne im Gesicht einen scharfen Schuss aus linker Position noch gerade mit einer Weltklasse-Flugeinlage mit der rechten Hand über die Querlatte lenkte.

In den verbleibenden Minuten, die den MSV-Mädels auf dem grünen Naturrasen wie Stunden vorkamen, mobilisierten alle Aktiven nochmal die letzten Kraftreserven und als der Leiter der Partie das Spiel partout nicht beenden wollte, rief dies wie schon vor zwei Wochen im Derby gegen die SGS Essen die Spielführerin der Zebras auf den Plan: Lisanne Grusa, bereits gegen Essen für den entscheidenden Treffer kurz vor Schluss verantwortlich, geriet in der 83. Minute 30 Meter vor dem Tor der Gastgeberinnen in Ballbesitz, hielt einfach mal drauf und beförderte die Kugel in hohem Bogen über die etwas zu weit vor ihrem Kasten stehende Torfrau Lisa Schimpke zum entscheidenden 3:1 ins Netz.

Ein enorm wichtiger Sieg, bei dem sich die ab der 12. Minute nur noch 10 Spielerinnen starke Zebraherde den Sieg ein weiteres Mal durch ihre mannschaftliche Geschlossenheit, durch Kampf, Leidenschaft und vorallem durch den unbedingten Siegeswillen verdient hat. Inmitten des feuchtfröhlich feiernden Zebrarudels Ersatzkeeperin Joline Becker, die sich für ihre ihre Arbeit eine Eins mit Sternchen verdiente. Ihren plötzlichen Einsatz kommentierte sie wie folgt:
"Es ist natürlich schade, das Viola eine rote Karte bekommen hat. Aber es ist mein Job, sie in so einen Fall zu vertreten und unser Team wieder zu stärken. Klar war ich anfangs sehr nervös, aber es hat sich sehr schnell gelegt."
Dem ist sicherlich nichts hinzuzufügen und nun heißt es für die siegreichen MSV-Mädels warten.  Warten auf was? Das wüssten man selber nur zu gerne.

Tore: 0:1 Rasch(9.), 0:2 Arend(43.),1:2 Pagels(66.),1:3 Grusa(83.)

Gelbe Karten: Vogel, van den Berg / Schneider, Benahmed, Arend

Bes. Vorkommnis: Rote Karte für Koblenz (MSV/12.)

Zuschauer: 40