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MSV Zeitzeichen: "Für Jockel" - Die unglaubliche Aufholjagd der MSV-Mädchen

Alle zusammen - Die MSV-Mädchen drehten zwei Tage nach dem Tod ihres Torwarttrainers die verloren geglaubte Partie gegen die SVG Neuss-WeißenbergDuisburg (mm) - Vor exakt zwei Jahren standen die U16-Mädchen des MSV Duisburg vor dem 4. Spieltag der Kreisleistungsklasse vor ihrer bislang größten Herausforderung.

Keine 48 Stunden nach dem plötzlichen Tod ihres Torwarttrainers Joachim Weinkath beschloss das Team, das Pflichtspiel gegen die SVG Neuss-Weissenberg nicht abzusagen und anstelle dessen für ihren verstorbenen Freund und Trainer spielen zu wollen.

Der psychische Druck erwies sich zunächst als zu hoch, was in einer desolaten ersten Spielhälfte mündete, nach der man scheinbar aussichtslos mit 0:2 hinten lag. Was dann aber nach der Halbzeitansprache des Trainerduos Beck/Hauer folgte, war eine unglaubliche Aufholjagd, in der die MSV-Mädchen alles in die Waagschale warfen, die eigentlich verloren geglaubte Partie noch mit 6:2 gewannen und am Ende der Saison sogar den Aufstieg in die Niederrheinliga schafften.

Ein Rückblick auf die denkwürdigen Ereignisse. 

Freund und Trainer - Vor zwei Jahren verstarb Joachim Weinkath 07.03.2014, MSV Zeitzeichen: "Für Jockel" - Die unglaubliche Aufholjagd der MSV-Mädchen

Es gibt Momente im Leben, da ist es unwahrscheinlich schwer, zum normalen Tagesgeschehen überzugehen. So war es am Samstag, den 07.03.2015 für die 12- bis 14-jährigen Mädchen des MSV verständlicherweise ein unglaublich schwerer Gang, keine 24 Stunden nach  der Hiobsbotschaft vom plötzlichen Tod ihres Torwarttrainers Joachim Weinkath wieder die Fußballschuhe schnüren zu müssen. Es stand der 4. Spieltag der Kreisleistungsklasse an und natürlich wäre es ein Leichtes für die Spielerinnen gewesen, das Spiel gegen die SVG Neuss Weissenberg im Vorfeld abzusagen, wofür sicherlich jeder Verständnis gehabt hätte.

Doch nachdem die Spielerinnen ihre Köpfe zusammengesteckt hatten, war die Entscheidung eindeutig. Sie wollten spielen, denn es wäre sein Wunsch gewesen und gewinnen wollten die BII-Juniorinnen natürlich nicht nur für sich, sondern auch für ihren Freund "Jockel". Doch auch wenn die Theorie sehr lobenswert war, waren die Kickerinnen im Zebra-Dress komplett blockiert und der Zustand verstärkte sich noch, als  Duisburgs Torfrau Joana Gutke quasi mit dem ersten Schuss in der dritten Minute den frühen 0:1-Rückstand kassierte.

Umgebogen - Sara Jacek(MSV) markierte 13 Minuten vor dem Ende der Partie den 3:2 FührungstrefferWas die Elf von Sascha Beck und Kurt Hauer auch versuchte, es wollte einfach nichts gelingen, wobei die Gäste die Situation clever ausnutzten und acht Minuten vor dem Halbzeitpfiff die Führung auf 0:2 ausbauten. In der Halbzeit herrschte natürlich komplette Niedergeschlagenheit im Zebralager, doch nach der Ansprache des Trainerduos dämmerte den MSV-Mädchen, dass sie sich nicht auf diese Art und Weise geschlagen geben konnten und dass man zumindest alles Erdenkliche versuchen wollte, um die Partie noch zu drehen.

Vom Anpfiff des zweiten Spielabschnitts an ging es in Richtung SVG-Tor und so viel Engagement musste belohnt werden. Spätestens als Sara Jacek nach gerade einmal 120 Sekunden des zweiten Durchgangs zum 1:2-Anschluss traf, glühte bei den Duisburger Mädels der Funke Hoffnung auf, den Leonie Jäger acht Minuten später mit dem 2:2-Ausgleich noch weiter anfachte. Die nächste Viertelstunde verlief ohne Ergebnisveränderung, doch die Zebras waren entschlossen, diese Partie unter allen Umständen noch umzubiegen.

12 Minuten vor dem Ende dann das vor der Halbzeit noch für unmöglich gehaltene: Erneut Sara Jacek nutzte ihre Chance und brachte ihr Team mit 3:2 in Führung. Das war dann die endgültige Initialzüdung für furiose Schlussminuten, in denen die Zebra-Mädchen aufgrund des unbedingten Siegeswillens die verloren geglaubte Begegnung zu ihren Gunsten entschieden und das Resultat durch Tore von Edina Habibovic, Inga Dombrowski und Leonie Jäger auf 6:2 schraubten. Selbstverständlich hatten alle Anwesenden nach Spielschluss einen riesengroßen Kloß im Hals, denn jeder wusste genau, für wen die MSV-Mädchen dieses Spiel noch gedreht  hatten...

Eine unglaubliche Geschichte, die uns immer daran erinnern soll, was (nicht nur) im Fußball alles möglich ist und die auch durch unseren Freund und Trainer Joachim "Jockel" Weinkath geprägt wurde, dessen Leitspruch "Immer positiv denken" an diesem Tag sicherlich zu dem denkwürdigen Sieg beigetragen hatte.