MSV: Feuerprobe bestanden - MSV-Frauen-Restrukturierung auf gutem Weg

Jubelbande - Die MSV-Frauen stehen in der Allianz Frauen-Bundesliga kurz vor dem Ziel KlassenerhaltDuisburg (mm) - Fast genau ein Jahr ist es her, als am 24.03.2018 die komplette Umstrukturierung auf der Führungsebene der MSV-Frauen begann.

Seitdem hat sich sportlich wie personell einiges getan an der Mündelheimer Straße und das war für uns Grund genug, um einmal zurück zu schauen, den aktuellen Status zu bewerten und auch einen Blick voraus zu werfen.
(Fotos: Robin Bogaletzki & Martin Meier)

Feuerprobe bestanden - MSV-Frauen-Restrukturierung auf gutem Weg
Nicht gerade langweilig ging es zu Beginn des Sportjahres 2018 in der Mädchen- und Frauenfußballabteilung des MSV Duisburg zu. Zur Erinnerung: Nach dem 11. Spieltag der Allianz Frauen-Bundesliga-Saison 2017/18 lagen die glücklosen Zebras ohne einen einzigen Punkt am Boden und die Anzahl der Personen, die zu diesem Zeitpunkt auch nur einen Pfifferling auf einen Erstligaverbleib der Zebra-Kickerinnen im Oberhaus gegeben hätte, wäre vermutlich in einem gewöhnlichen Linienbus der Duisburger Verkehrsgesellschaft DVG problemlos untergekommen.

Garanten des Erfolges - MSV-Chefcoach Thomas Gerstner und Stürmerin Dörthe HoppiusEs brauchte einen Impuls und der war nach der Trennung von Chefcoach Christian Franz-Pohlmann die Übertragung der sportlichen Verantwortung des Erstliga-Teams zunächst an Robert Augustin und in der Folge an Thomas Gerstner. Bei der Hauptversammlung im März wurde zudem die Abteilungsleitung verjüngt, denn für dieses Amt übernahm Dennis Gerritzen(32) nun die Hauptverantwortung. Mit diesen personellen Entscheidungen kehrte das Glück an die Wedau zurück und der weitere Saisonverlauf, bei dem das Team um Kapitänin "Paula" Radtke am Ende mit 18 Punkten doch noch den Erstligaverbleib realisieren konnte, ist bereits Fußballgeschichte.

Auch aktuell stehen die Zeichen bei den MSV-Frauen erneut stark auf Klassenerhalt, woran die oben genannten Personen zu einem nicht minderen Teil beteiligt sind. Es ist ein besonderes Gen bzw. die Fähigkeit, aus wenig mit den richtigen Mitteln ganz viel erreichen zu wollen und auch zu können, das die neue MSV-Frauen-Führung zu vereinen scheint. Abgesehen vom finanziellen Gesundungsprozess, bei dem langsam aber stetig Verbindlichkeiten abgebaut werden, läuft es momentan auch auf dem Platz überwiegend gut an der Mündelheimer Straße, was ein Blick auf den aktuellen sportlichen Stand zeigt und den der Abteilungsleiter Gerritzen wie folgt skizziert:
"Das Feld ist bestellt, wir arbeiten nun intensiv daran, dass die Saat mittelfristig aufgeht"

Erste Mannschaft
Vollgas - Abteilungsleiter Dennis Gerritzen ist unermüdlich für seine Teams im EinsatzGrundvoraussetzung für eine weitere Stabilisierung der Situation bei den MSV-Frauen ist und bleibt weiterhin die Bundesliga-Zugehörigkeit der ersten Mannschaft und es kann nicht oft genug erwähnt werden, welches Kunststück Thomas Gerstner hier vollbracht hat, ohne große finanzielle Mittel den Verlust einer zweistelligen Anzahl an erstligaerfahrenen Spielerinnen zu kompensieren. Zugänge? Neben Sabine Stoller, die den MSV im Winter bereits auf eigenen Wunsch wieder verlassen hat, konnte von den Neuzugängen lediglich Meikayla Moore Bundesliga-Erfahrung vorweisen.

Doch das Trainerteam hat aus der Mannschaft eine schlagkräftige Truppe geformt, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch in der kommenden Saison wieder in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten sein wird. Dies ist umso bedeutender, als dass die von nur wenigen geliebte 2. Bundesliga wegen ihrer neuen Eingleisigkeit inzwischen zu einem riesigen Kostenfaktor geworden ist, die mit weit über einer viertel Million Euro Kosten zu Buche schlagen würde und auf der anderen Seite auch so gut wie keine Einnahmen (z.B. aus Sponsorengeldern) generiert.

Nachwuchsmannschaften
Nur nach vorne - Sascha Beck weiß, wie erfolgreich Fußball gespielt wirdBei der Zweitvertretung des MSV Duisburg ist pünktlich zu Beginn des Sportjahres 2019 mit Sascha Beck vorallem die Beständigkeit an die Mündelheimer Straße zurückgekehrt. Vier Erfolge aus ebensovielen Spielen brachten die "Zweite" zusammen mit Patzern der Konkurrenz und nun lediglich zwei Zählern Rückstand auf Tabellenführer 1. FC Mönchengladbach in eine Position, in der für die mit Abstand jüngste Mannschaft der Niederrheinliga urplötzlich wieder "alles" möglich scheint.

Schwieriger gestaltet sich die Situation für die U17-Mädchen des MSV, bei denen nach den parallelen Abstiegen beider B-Juniorinnen-Teams am Ende der vergangenen Spielzeit ein kompletter Umbruch stattgefunden hat. Aber auch hier gelang der sportlichen Führung mit der Verpflichtung von Niklas Seeger ein personeller Glücksgriff, mit dem richtigerweise auch bereits eine Vertragsverlängerung bis 2020 ausgehandelt wurde. Die U17 des MSV um Kapitänin Ena Mahmutovic, die zum größten Teil jetzt schon aus Akteurinnen der Jungjahrgänge ´03 & ´04 besteht, kämpft aktuell in der Regionalliga West zwar um den Klassenerhalt, ist aber mannschaftlich ge- sowie absolut entschlossen, in der verbleibenden acht Partien die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.

Hartes, erstes Jahr - Die neugeschaffenen C-Juniorinnen haben in dieser Saison gegen die männliche Konkurrenz einige Bewährungsproben zu bestehenEin dickes Fell müssen in dieser Saison die C-Juniorinnen des MSV haben. Das im Sommer neu gegründete Mädchenteam, dass ebenfalls Abgänge von über einem halbem Dutzend talentierten Spielerinnen der letztjährigen U13 verkraften musste, tritt in der Kreisklasse gegen gleichaltrige männliche Nachwuchsteams der Region an und muss dabei hier und da noch kräftig Lehrgeld zahlen. Doch macht das Ganze Sinn und ist mit Franziska Göbel nun im Zuständigkeitsbereich einer Trainerin, die seit inzwischen mehr als fünf Jahren die ersten Schritte der jüngsten Nachwuchskickerinnen fachlich wie pädagogisch so fundiert begleitet, wie vielleicht keine andere Trainerin am Niederrhein.

Apropos: Die allerjüngsten Fußballmädchen, die ab dem Alter von neun Jahren dem runden Leder hinterherjagen, werden seit einigen Wochen von Michael Lohmann trainiert und stehen immerhin im FVN-Pokal-Viertelfinale. Und die Mini-Zebras haben Ziele und Vorbilder. Zunächst natürlich einmal Stars wie Messi, Neymar Jr., Salah und Cristiano Ronaldo, aber es es gibt auch greifbare Vorbilder und zwar die, die sich mit den Kleinen unter der Woche sogar den Trainingsplatz teilen. Die inzwischen erstligaerfahrenen Duisburger Eigengewächse wie Meike Kämper, Naomi Gottschling und nicht zuletzt Antonia Halverkamps, die 18jährige Siegtorschützin aus dem Gladbach-Spiel, sie alle sind einerseits Resultate hervorragender Nachwuchsarbeit der Vergangenheit und bilden auf der anderen Seite gleichermaßen den Anspruch, zu dem die Duisburger Fußballmädchen wieder zurück wollen.

Für diese gezielte Art der Jugendförderung setzt sich Abteilungsleiter Dennis Gerritzen mit seinem Team unermüdlich ein, reaktiviert alte Netzwerke und Kontakte zu Verbänden, knüpft neue Verbindungen, geht dabei aber auch neue Wege, um den Werdegang der Duisburger Fußballmädchen zu unterstützen und die Talente an der Mündelheimer Straße zu halten. Ein gutes Beispiel ist hier z.B. die neue Kooperation mit dem dem Ausrüster Hashtag One, der inzwischen nicht nur sämtliche MSV-Torfrauen, sondern auch diverse Keeperinnen der Allianz Frauen-Bundesliga ausrüstet.

Wichtig war es darüber hinaus, dass die sportliche Leitung der Zebras durch die "Installation" einer C-Jugend-Mannschaft den talentierten U13-Spielerinnen des Altjahrgangs eine Perspektive ermöglicht haben, die sie bis dato nach der Ausbildung bei den D-Juniorinnen in schöner Stetigkeit bei der Konkurenz suchen mussten, die diese "Geschenke" natürlich dankend annahm. Sicherlich ist noch lange nicht alles Gold was glänzt, aber man sollte auch die Fortschritte sehen.

Zusammen zum Ziel - Mit aller Macht wollen die U17-Mädchen des MSV die Liga haltenStichpunkt Trainer: Hier ist festzustellen, dass die MSV-Frauenabteilung in diesem vormals heiklen Punkt bereits nachgebessert hat und aktuell zwölf fest angestellte Trainer in Lohn und Brot hat. Kritik muss natürlich auch weiterhin noch erlaubt sein, wenn sie fundiert ist, aber grundsätzlich muss die Parole lauten: "Kräfte bündeln und an einem Strang ziehen und zwar mit #lebenliebeleidenschaft"

Die nächsten Termine: